Was wäre ein Leben ohne Literatur? Sie entführt uns in andere Welten, Gedanken, Gefühle. Erweitert unseren Horizont durch Perspektivenwechsel, Aneignung von Kultur und Wissen. Entführt uns in Reisen des Geistes, in denen die Zeit stillsteht für Muße, Spannung, Freude. Ach – die schöne Welt der Bücher! Bringen Sie gerne Ihre Lese-Tipps mit! Beim ersten Termin besprechen wir: Daniela Krien (2019) - Die Liebe im Ernstfall Gebührenfrei, Anmeldung erforderlich
Als Dichter und Verleger kennt Dr. h.c. Michael Krüger viele israelische Autoren persönlich. Prof. Dr. Jakob Hessing, Autor und Germanist an der Hebräischen Univ. Jerusalem, erforscht die Geschichte der deutsch-jüdischen Literatur. In einem Gespräch tauschen sie ihre Erfahrungen aus. Seit Heinrich Heine und bis in die Gegenwart sind jüdische Autor:innen ein wichtiger Bestandteil der deutschen Literatur. In ihren Werken kommt zum Ausdruck, was man die deutsch-jüdische Symbiose zu nennen pflegte. Aber nicht erst seit Hitler war dieser Begriff sehr problematisch und wird heute kaum noch verwendet. Seit etwa zwei Generationen gibt es auch jüdische Autor:innen aus Israel. Nach der Staatsgründung 1948 dauerte es etwa zwei Jahrzehnte, bis diese Literatur international bekannt wurde. Seit den 80er Jahren sind Namen wie Amos Oz, Zeruya Shalev oder David Grossman auf dem deutschen Buchmarkt sehr präsent.
Denkt man an Mädchen zu Beginn des 20. Jh., entstehen oft Bilder von Gehorsam, Bescheidenheit und festen gesellschaftlichen Rollen. Doch ein Blick in die Kinder- und Jugendliteratur dieser Zeit überrascht: Hier begegnen uns Mädchen, die neugierig sind, Verantwortung übernehmen, ihren eigenen Kopf haben und von einem selbstbestimmten Leben träumen. Nesthäkchen, Pünktchen oder Pony Hütchen – viele dieser Mädchenfiguren haben Generationen von Leserinnen und Lesern begleitet. Andere, wie Emily aus Emily of New Moon, sind heute weniger bekannt, begeistern aber mit ihrer Fantasie, ihrem Mut und ihrem Wunsch, den eigenen Weg zu gehen. Anhand ausgewählter Textauszüge entdecken wir bekannte und wiederzuentdeckende Heldinnen neu und fragen: Welche Vorstellungen von Mädchen prägten ihre Zeit? Worin lag ihre Stärke? Und warum sprechen uns diese Figuren bis heute an? Eine literarische Zeitreise für alle, die Kinder- und Jugendliteratur lieben oder (neu) entdecken möchten.
Dr. Reiner Stach studierte u.a. Literaturwissenschaft. Zu Kafka verfasste er u.a. eine hochgelobte dreiteiligen Kafka-Biographie. 1999 zeigte die von ihm gestaltetet Ausstellung Kafkas Braut den Nachlass Felice Bauers, den er in den USA entdeckte. Er erhielt den Sonderpreis zum Heimito-von-Doderer-Literaturpreis für "Kafka: Die Jahre der Erkenntnis" (2. Bd. der Biographie) und den Joseph-Breitbach-Preis für sein Gesamtwerk in der literarischen Biographik. Prag war um 1900 durchaus nicht das gemütliche k.u.k.-Reservat, das sich heutige Touristen gerne vorstellen. Die Stadt war geprägt von sich zuspitzenden nationalen Gegensätzen zwischen Tschechen und Deutschen, was vor allem die jüdische Bevölkerung in eine prekäre Lage versetzte. Auch das Durchsetzen einer Vielzahl technischer Innovationen in wenigen Jahren ließ bei vielen Bewohnern das Gefühl aufkommen, am Ende einer Epoche zu stehen. Sehr genau registrierte Kafka die unheimliche Faszination dieser Herausforderung: Telefone, Diktiergeräte, nächtlich beleuchtete Straßen, elektrische Trams und nicht zuletzt Kinos veränderten auch seinen Alltag.
Suchen Sie Lesetipps für die Zeit zwischen den Jahren? Für sich selbst oder als Weihnachtsgeschenk? Der Haarer Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski, die Leiterin der Stadtbibliothek Johanna Zeber, Anne Brieger vom Buchladen Haar und Lourdes María Ros de Andrés, Leiterin der vhs Haar und Literaturwissenschaftlerin, stellen Ihnen ihre Lieblingsbücher für den Winter vor. Die Veranstaltung findet hybrid statt. Gebührenfrei, Anmeldung erwünscht, Restplätze werden vor Ort vergeben
Während viele andere seiner Generation ihr künstlerisches Erweckungserlebnis im Rock’n’Roll hatten, war für Leonard Cohen der spanische Dichter Federico García Lorca wegweisend. Dessen Gedichte führten Cohen an die Lyrik heran, machten ihn selbst zum Dichter. Beide sahen sich in der literarischen Tradition der Schwarzen Romantik und zelebrierten Leben und Tod, Schönheit und Vergänglichkeit. «Gedichte müssen rezitiert werden, in einem Buch sind sie tot», befand Lorca, der selbst eine große Nähe zur spanischen Volksmusik, zum Flamenco und zum Jazz hatte. Thomas Kraft erzählt unterhaltsam aus beider Dichter Leben und vor allem davon was den Kanadier Leonard Cohen mit dem Andalusier Federico García Lorca verband. Flamencogitarrist und Sänger Ricardo Volkert begleitet die Lesung mit eindrucksvollen Vertonungen aus Garcia Lorcas „Zigeuner Romanzen“, andalusischen Volksliedern und Songs von Leonard Cohen.